Rückblick auf das Symposium 2026 für Bauwerksdynamik und Erschütterungsmessungen

Am Freitag, 26. Juni 2026, trafen sich knapp 100 Fachpersonen aus Forschung, Planung, Bauherrschaften, Behörden und Industrie an der Empa-Akademie in Dübendorf zum Symposium für Bauwerksdynamik und Erschütterungsmessungen.
Der Tag war sommerlich heiss, der Vortragssaal klimatisiert – gute Voraussetzungen für einen konzentrierten fachlichen Austausch. Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragestellungen aus der Praxis: Wie werden Schwingungen zuverlässig gemessen? Wie lassen sich Prognosen verbessern? Welche Massnahmen sind technisch wirksam, wirtschaftlich verhältnismässig und im Bestand umsetzbar?
Seit vielen Jahren bietet das Symposium ein Diskussionsforum für Fachpersonen, die sich mit Erschütterungsproblemen befassen.
Symposiumsziele und Schwerpunkte
Die diesjährigen Themen zeigten erneut die grosse Bandbreite der Bauwerksdynamik:
- Personeninduzierte Schwingungen und Schwingungsnachweise im Holzbau
- Bauwerke unter Erdbebeneinwirkung
- Erschütterungsreduktion und Körperschall beim Bahnverkehr
- Maschineninduzierte Schwingungen und empfindliche Nutzungen
Der Vormittag widmete sich zunächst personeninduzierten Schwingungen. Im Fokus standen der neue Eurocode 5, die dynamische Beurteilung von Fussgängerbrücken sowie Messungen von Fusskontaktkräften und deren Einfluss auf leichte Decken. Die Beiträge machten deutlich, dass Komfort, Nutzung und reale Einwirkungen bei schwingungsempfindlichen Konstruktionen eng zusammenhängen.
Anschliessend folgte ein Block zu Bauwerken unter Erdbebeneinwirkung. Diskutiert wurden die Erdbebenanalyse des historischen Altbaus des Opernhauses Zürich, der Beitrag von Schwingungsmessungen und seismischem Monitoring bei Talsperren sowie das Verhalten eines basisisolierten Spitals in Chile. Die Beispiele zeigten, wie wichtig eine sorgfältige Modellbildung, belastbare Messdaten und ein Verständnis der dynamischen Eigenschaften bestehender Bauwerke sind.
Nach der Mittagspause standen Erschütterungen aus dem Bahnverkehr im Vordergrund. Die Referate behandelten die Verhältnismässigkeit von Schutzmassnahmen, Messerkenntnisse aus dem ÖBB-Netz sowie Tunnelmessungen, Prognosen und Massnahmen im Projekt Stuttgart 21. Damit wurde ein zentrales Thema der Praxis aufgegriffen: wirksame technische Lösungen müssen nicht nur berechenbar, sondern auch nachvollziehbar und verhältnismässig sein.
Der letzte Programmteil zeigte die Breite des Fachgebiets anhand sehr unterschiedlicher Anwendungen: vom Kirchturm Zuoz mit einer neuartigen Gegenpendelanlage über die Frage, ob Präzisionsfertigung direkt über einem Reinraum der Klasse VC-D möglich ist, bis zur stationären und mobilen Messtechnik im Leistungssport.

Austausch in den Pausen und beim Apéro
Neben den Fachvorträgen waren die Pausen ein wichtiger Teil des Symposiums. Bei Kaffee, Mittagessen und dem abschliessenden Apéro entstanden zahlreiche Gespräche zwischen Referierenden, Teilnehmenden und Fachkolleginnen und -kollegen aus verschiedenen Disziplinen.
Gerade diese Begegnungen machen das Symposium aus: Forschung, Normung, Planung, Messpraxis und Bauherrschaft treffen aufeinander. Dadurch entstehen Diskussionen, die über einzelne Projekte hinausgehen – zu Methoden, Annahmen, Grenzwerten, Erfahrungen und offenen Fragen im Umgang mit Schwingungen und Erschütterungen.
Beiträge zum Download
Die Fachbeiträge der Referentinnen und Referenten stehen als PDF bereit. Sie dokumentieren die Inhalte des Symposiums und geben einen vertieften Einblick in Messmethoden, Prognosemodelle, Projektbeispiele und aktuelle Entwicklungen in der Bauwerksdynamik.
Dank
Wir danken allen Referentinnen und Referenten für die fundierten Beiträge sowie allen Teilnehmenden für das Interesse, die Fragen und den aktiven Austausch.
Das grosse Interesse und die lebhaften Diskussionen zeigen: Bauwerksdynamik und Erschütterungsmessungen bleiben ein interdisziplinäres Fachgebiet, in dem Messdaten, Modellierung und Erfahrung zusammengeführt werden müssen.
Ihr ZC Ziegler Consultants AG Team
